Fachberatung für Einrichtungen

Foto: Wilhelmine Wulff / pixelio

Fachberatung für Einrichtungen2018-12-15T12:36:31+00:00

Fachberatung für Einrichtungen, in denen es zu sexualisierten Übergriffen gekommen ist

Mein Angebot von Krisenintervention und Fachberatung für Einrichtungen, die von Übergriffigkeit durch Kinder, Jugendliche oder Mitarbeitende betroffen sind, hat das Ziel, einen niederschwelligen Zugang zu Beratung und Information zu schaffen sowie beim Clearing von nicht eindeutigen Situationen zu unterstützen.

Gibt es in einer Einrichtung Hinweise, die den Verdacht einer sexuellen Grenzverletzung oder eines sexuellen Übergriffs aufkommen lassen, muss dieser Verdacht abgeklärt werden.

Hierbei gilt grundsätzlich immer:

  • Ruhe bewahren

  • keine Alleingänge

  • präzise Dokumentation

Da es sich bei sexualisierter Gewalt um ein ausgesprochen sensibles Thema handelt, welches meist mit erheblichen Emotionen einhergeht, kann die Vermutung von sexualisierter Gewalt, die Konfrontation mit einem solchen Verdacht oder gar die Zeugenschaft sexueller Grenzüberschreitungen auch bei Fachkräften unterschiedliche Gefühle und Reaktionen auslösen. Um dennoch weiter professionell vorgehen zu können und zum Schutz der Betroffenen ist es wichtig, sich der eigenen Gefühle bewusst zu sein und nicht etwa zu unüberlegten Handlungen verleiten zu lassen.

Übereilte und unüberlegte Schritte bergen ernstliche Risiken:

  • Die übergriffige Person wird gewarnt und könnte Spuren oder Beweise verschwinden lassen.

  • Die übergriffige Person kann versuchen, die/den Betroffene(n) zu manipulieren oder anderweitig zum Schweigen zu bringen. Das Opfer gerät dadurch noch stärker unter Druck und kann (noch mehr) das Vertrauen verlieren, adäquat geschützt werden zu können.

  • Die Aufklärung des Vorfalls bzw. der Vorfälle wird dadurch erheblich erschwert oder sogar unmöglich gemacht.

  • Die/der Betroffene muss unnötig oft und unnötig vielen Personen von der verletzenden Erfahrung berichten, was oftmals mit Scham- und Schuldgefühlen verbunden ist und zu einer sekundären Traumatisierung führen kann.

  • Wenn aufgrund eines unsachgemäßen Vorgehens der Verdacht nicht aufgeklärt oder der Vorfall nicht nachgewiesen werden kann, ist das für das Opfer doppelt verletzend. Zum einen besteht die Gefahr, dass die sexuellen Übergriffe fortgesetzt werden, zum anderen kann die/der Betroffene das Gefühl bekommen, dass ihr /ihm nicht geglaubt wird oder sie/er keine Hilfe und Schutz erhält.

  • Die übergriffige Person kann gegen die Person, die ihn oder sie des sexuellen Übergriffs beschuldigt hat, Strafanzeige wegen übler Nachrede erstatten.

  • Die übergriffige Person kann ungehindert weiter sexuelle Grenzüberschreitungen oder Straftaten begehen.[1]

Aus diesen Gründen ist es wichtig, Fachpersonen hinzuzuziehen und sich beraten zu lassen. Ich begleite Sie gern bei diesem sensiblen Prozess und unterstütze Sie dabei, die geeignete Hilfe für alle beteiligten Personen zu finden.

[1] Vgl. Beck, Heike; Bretländer, Bettina; Flügge, Sibylla: Handlungsempfehlung und Muster-Dienstvereinbarung zum Umgang mit Grenzverletzungen, sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen in voll- und teilstationären Einrichtungen der Behindertenhilfe; in Kooperation mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Hessischen Netzwerk behinderter Frauen, FH Frankfurt am Main 2013